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Mit dem Verlobungsring
Rund ist die Lebenslinie der Natur,
Des Himmels Sphärenbild, die Welt.
Im Kreise liegt der Punkt, wo jede Spur
Von End' und Anfang schweigt - zusammenfällt.
Und rund ist auch der Ring, den Dir die Liebe beut.
Sein erster Sinn: der Liebe Unermesslichkeit!
Der Schlange gleich, die - in sich selbst gekrümmt, -
Der Ewigkeit symbolisch Zeichen ist;
Der große Reif, worin der Funke glimmt
Und stirbt und um erwacht nach kurzer Frist:
So ist der Ring geformt, den Dir die Liebe beut.
Sein zweites Sinnbild heißt: der Treue Ewigkeit.
Gold ist an Wert das edelste Metall,
Der reinste Stoff, den uns die Erde gab,
Dem Weisen rein; doch übertönt sein Schall
Der Tugend Stimme, - auch ihr sichres Grab.
Und golden ist der Ring, den Dir die Liebe beut.
Sein drittes Sinnbild beißt: der Liebe Lauterkeit!
Fest ist das Gold und weich in Künstlerhand:
Gestalt und Form gibt ihm der Kluge leicht,
Des Mannes Mut, der fest im Sturme stand,
Stets doch sein Haupt vor Frauenmilde beugt.
Fest ist der Ring, den Dir die treue Liebe beut,
Sein schönstes Sinnbild heißt: des Bundes Einigkeit.
Sammlung von
Gelegenheitsgedichten, 1852
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