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Gedicht zur Silberhochzeit





Zur Silbernen Hochzeit
Für vier Kinder

Gott Amor:
Wieder führ' ich heut' den Zug
Wie beim ersten Feste;
Amor bleibt die Hauptperson
In der Zahl der Gäste.

In mein Antlitz bringt die Zeit
Fältchen nicht noch Falte;
Doch wie jung ich immer bin,
Bin ich doch der Alte.

Zwei Kinder.
Erstes:
Wir sind zwei Kinder hier vom Haus
Und folgen mit Bedachte
Dem kleinen Gotte, der Mama
So unendlich glücklich machte.

Zweites:
Ja, lacht nur! Wir kommen auch
In seinen Rosentempel.
Die älteste Schwester hat's schon gezeigt,
Die Kinder nehmen Exempel.

Der Narr:
Der Narr macht seine Reverenz,
Der gute derbe Geselle!
Ihr höret wohl von weitem schon
Das Rauschen seiner Schelle.

Als alter Hausfreund bin ich ja
Notwendig bei dem Feste;
Denn hörtet ihr die Klapper nicht,
Euch fehlte doch das Beste.

Ein tücht'ger Kerl hat seinen Sparrn!
Das ist unwiderleglich;
Und hat das Haus nicht seinen Narrn,
So wird es öd und kläglich.

Hier war ich manchen guten Tag
Gastfreundlich aufgenommen;
Heil diesem vielbeglückten Haus,
Wo auch der Narr willkommen.

von Theodor Storm, 1817 - 1888












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