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Ein Biermädchen überreicht einen Krug
Da soll gleich en Donnerwetter drin schlagen!
So 'ne Jrobheit laß ick mir nich sagen.
In Dummsdorf sind wir noch nich geboren,
Ick hab et faustendicke hinter de Ohren.
(Tritt heftig ein.)
Wo sind de Brautleut? Die sollen mir bezeigen,
Ob ik nötig habe, dazu zu schweigen.
Na - denken Se sich mal so wat in de Welt!
Sie haben doch bei uns det Hochzeitenbier bestellt;
Nu sagt mir de Madahm diesen Morgen,
Ik sollt et man jehörig un jut besorgen.
Ik - de Flaschen jespühlt - abjezogen un jeproppt -
Un mit 'n Hammer jehörig festjekloppt.
Wie ick nu in de beste Arbeit bin.
Kommt de Madahm in den Keller rin
Und schreit: Wat? Abjezogen hat se det Bier?
Uf de Tonne wollen fe't ja haben, sagt ick ihr.
Wer weeß, wo ihre Liebesjedanken rummer flogen!
Uf de Tonne den Ogenblickl un nich abjezogen!
Liebeken, sagt ik, ereifern Se sich 'man nich -
Ruhe is de erschte Bürgerpflicht.
Besser abjezogen wie unjezogen versteh'n Se mir?
Det ene sind Sie, bet andre sind Sie. -
Na, der Witz hat ihr janz verblüfft gemacht;
Aberscht et kommt noch besser, passen Se man Acht.
Ha, ha, ha, lacht' ick, mit Ihre Jrobheit sein Se mir jewogen,
An merken Se sich, heut' Abend noch bin ick abjezogen.
Na, der Witz hat lhr bald um't Leben gebracht,
Aberscht et kommt noch besser, passen Se man Acht.
Madahmken, sagt ik, ik geh' Ihnen zwar aus de Ogen,
Aber von det Lohn wird nischt abjezogen.
Det ewige Ziehen konnte se nich verdragen;
Se griff mir, wie de Polizei, jleich bei'n Kragen;
Ik schlug ihr aber die Hand flink vorbei -
War ja bei Wisotzky oft mank de Keilerei. -
De rechte Hand riss ihr de Haube von Kopp,
De linke dooft ihr mit 'n jroßen Wassertopp,
Det ihr det Wasser aus Nas' und Mund musst jehn; -
Ne, die Wasserkunst hätten Se müssen sehn.
Aberscht Witz! Witz! det is de Hauptsache? -
Doch et wird wol. Zeit, det ik mir uf de Strümpe mache.
Ik wünsche allerseits recht wohl zu leben.
(Will gehen, besinnt sich aber.)
Aberscht en Witz muss ick Ihnen zum Besten jeben.
'Ne Buddel mit Bier anjefüllt,
Is jrade von't Menschenleben en Bild.
In de eue schäumt det Bier, in de andre is et schaal;
De Gemüter bei de Menschen sind och nicht ejal.
Leicht jeht 'ne Buddel kaputt, wenn wir nich vor uns sehn -
Un so kann't och den jebrechlichen Körper jehn.
Schäumen muß det Bier nich allzu sehr,
Et fährt enen sonst zu kribblich um de Nase her;
Damit will ik sagen: Ruhig Blut
Is besonders vor Eheleute jut.
Rühren Se man fleißig det Maul un de Hände,
Dann fügt sich allens zu en jlücklichet Ende,
Dann haben Se Lust un en frohet Jemüt,
Bis Jott mal den Lebensproppen rausser zieht.
Universal-Gratulant,
1845
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