| |
Mit einem frischen Myrthenkranze
Der gold'ne Kranz - er drücket,
Drückt, wie der Erde Glanz -
D'rum reich' ich Euch die Myrthe,
Den frischen Mvrthen-Kranz.
So rein, wie diese Blüten,
So frisch, wie dieses Reis,
Ist auch des Sohnes Liebe,
Ist seiner Lippe Preis,
Zu Ihm, der mild und gnädig
Bis hieher Euch gebracht,
Und der so manche Schmerzen
Vergessen hat gemacht.
Es ist die frische Myrthe
So schön im Silberhaar,
Die einst vor fünfzig Jahren
Der Schmuck der braunen war.
Und Farben, sowie Jahre,
Verschwinden in dem Kranz -
Nur Eines hält er innig,
Dies Eine fest und ganz.
Das ist: die reine Liebe,
Die immerdar beglückt,
Von feinem Schicksals-Wechsel,
Von keiner Zeit gedrückt,
Und die ist Euch geworden
So sternenhell und klar.
Dass diese Blätter rauschen
Vor Wonne wunderbar.
Lass, Kranz von tausend Blüten
So hold, so mild, so schön,
Lass, Sinnbild treuer Liebe,
Lass deine Düfte weh'n,
Hauch' Allen hier auf Erden
Das Wort des Himmels zu:
Ein Glück gibt s nur hinieden:
Eins: Heil'ge Liebe, Du!
Sammlung von
Gelegenheitsgedichten, 1852
|
|